Aug
21
2009

SPQR – Rom fotografiert.
Von oben, unten und hintenrum.
Über Kopf sowieso.
oder: Yoga im Vatikan.

Eigentlich wollte ich ja wirklich mal Urlaub machen und als echter Tourist das Land erleben. Nur die kleine Lumix LX-3 war im Gepäck nach Italien. Klar, wer die Vatikanischen Museen in Rom besucht macht auch ein Erinnerungsbild. Oder zwei. Oder drei. Dann ist aber auch gut. SNieder_090805_P117_qndDachte ich. Ehrlich gesagt, war ich überrascht welche Aussmaße die inzwischen omipräsente Fotografie angenommen hat. Jaja, schon klar – ich bin nicht von gestern und weiß das es keine Mobiltelefone mehr ohne Kamera gibt. Aber in Rom wurde mir aus unerfindlichen (oder offensichtlichen) Gründen die ganze Tragweite bewusst. In den 90ern habe ich bereits auf der Photokina in Köln regelmässig fotografierende Menschen fotografiert und in den ersten Jahren diese Jahrtausends war ich mir sicher, das die 15 Kilo Ausrüstung für den Amateur Vergangenheit ist. Aber es scheint offensichtlich für leicht bis schwer ÜbergewichtigeSNieder_090806_P336_qnd Männer wirklich wieder en Vouge zu sein, sich schwitzend mit drei bis vier Kilo Kameraequipment den Petersdom hinufzuschleppen um oben schwer atment ein paar hundert Bilder pro Sekunde zu schießen. Nicht mal die Familie wird mehr gebeten ihr bestes zu geben – als Statussymbol “ich war hier” sozusagen. Da prügelt man sich darum – ganz nach dem Vorbild der Sensationsreporter – genau die Bilder zu schießen, die hunderte vorher am gleichen Tag genau so auch schon gemacht haben. So was nennt man wohl Aktivurlaub ;-)

Ein Erlebnis fand ich aus soziologischer Sicht besonders interessant. Eine Frau mit kleiner digitaler Kamera betritt in den Vatikanischen Museen einen Raum mit beeindruckendem Deckenfresko. Der Blick gesenkt auf den LCD Monitor. SNieder_090805_P080_qndMehr oder weniger galant zielt sie, den Blick stets auf den LCD Monitor gerichtet, auf die Decke und drückt den Auslöser. Die Kamera schickt den “Anti Rote Augen Vorblitz”, die Dame, immer noch auf den Monitor fixiert, zieht die Kamera herunter. Während der Blick auf den Ausgang schielt und sie anstalten macht auf denselbigen zuzugehen, löst die Kamera den echten Blitz aus und macht das Foto in Richtung Fußvolk. Die Frau ist wohl schon im Ausgang verschwunden bevor das Bild auf die SD Karte geschrieben wurde. Gesehen haben kann sie – außer dem LCD Monitor – nichts.

Wie gesagt, haben mich fotografierende Menschen fotografisch schon lange interessiert und gelegentlich auch inspiriert. In Rom hat es mich noch mal gepackt. SNieder_090805_P217_qndVielleicht liegt es an den bezaubernden Deckenfresken, die offensichtlich ungeübte Yogis zur vollführung unglaublicher Asanas ermutigen. In jedem Fall ist es ein interessantes Motiv.

Erkentniss am Ende auf die Frage, wie man Menschen am einfachsten dazu bekommt, sich im Petersdom hinzuknien: Gibt ihnen Digitalkameras in die Hand!

Da leuchtet es plötzlich ein, warum man in der sixtinischen Kapelle nicht fotografieren darf.

Fotos: © Sven Nieder

Mrz
12
2009

Ausgezeichnet! BFF Jahrbuch Award 2009 Merit.

Sven Nieder Auszeichnung Merid BFF Jahrbuch

In diesem Jahr war ich besonders auf der BFF Jahrbuch gespannt, ist doch zum 40. Jubiläum des Berufsverbandes erstmals auch ein Werk von mir darin zu sehen. Besonders groß war die Freude und Überraschung darüber, das ich die Auszeichnung »Merit« für meine Fotografie von den Juroren des BFF Jahrbuch Awards bekommen habe. Das Bild stammt aus einer Serie, die ich für das Sonderheft “Stille” des Publik Forum sehr minimalistisch fotografierte. Für das BFF Jahrbuch habe ich dieses Bild durchaus als Gegenentwurf zu den geleckten und austauschbaren Transportation Fotos ausgewählt, die in der Regel den größten Teil des Referenzwälzers ausmachen. Aber damit, eine der begehrten Auszeichnungen dafür zu erhalten, habe ich nicht gerechnet. Wow!

Das Buch als Gegenstand an und für sich ist in diesem Jahr etwas ganz großartiges. Es kommt in einem edlen Schuber daher, der sich durch das herausziehen des Buchblocks in eine funktionierende Camera Obscura verwandelt. Als Freund dieser archaischen Apparatur bin ich wirklich begeistert und habe gleich einmal die Funktionsfähigkeit getestet.

Lochkamera BFF Jahrbuch

Für alle, die nicht in den Genuss des exclusiven BFF Jahrbuchs in massiver Form kommen können, ein paar Impressionen inclusive meiner Seite mit der Auszeichnung:

Die Fotografie ist hier und hier zu finden.

[Update]
Das BFF Jahrbuch 2009 kann ab sofort hier bestellt werden.
714 Seiten, ca. 550 ganzseitige Fotos, Format 23×23 cm,
ISBN: 978-3-933989-40-6

Das 40. BFF-Jahrbuch ist das sicher ungewöhnlichste Jahrbuch, das der BFF in den vergangenen 40 Jahren herausgebracht hat. Sowohl in der „Verpackung“ als auch im Inhalt: Das 40. Jahrbuch, mit einem ungewöhnlichen Einband“ ist in einem Schuber verpackt, der wiederum einer Camera obscura nachempfunden ist. Und der Inhalt des Buches: Fürwahr ein opulentes Werk mit über 700 (!) Seiten. Damit übertrifft das 2009er Jahrbuch alle bisherigen BFF-Jahrbücher und ist ein beispielloser Foto-Bildband, der einen Querschnitt durch das aktuelle Foto-Design in Deutschland bietet. Es macht nicht nur Lust auf stundenlanges und ungestörtes Blättern, sondern es ist ein unentbehrliches Arbeitshandbuch für die Branche und ein einzigartiges Foto-Kunstbuch, das auch neue Stilrichtungen in der Fotografie aufzeigt. Auf den 714 Seiten zeigen die BFF-Fotografen wieder ihre besten Arbeiten – geordnet nach Tätigkeitsbereichen. Darüber hinaus werden dort aber auch auf rund 100 Seiten die jährlich vergebenen Preise und Auszeichnungen des Verbandes vorgestellt. Dazu gehören der ‚BFF-Jahrbuch-Award‘ für die beste Arbeiten im BFF-Jahrbuch 2009 und der mit 15.000 Euro dotierte ‚20. Internationale BFF-Förderpreis & Reinhart-Wolf-Preis‘ für die besten Hochschul-Abschlussarbeiten im Bereich Fotografie. Damit gehört das BFF-Jahrbuch 2009 zu den umfangreichsten und attraktivsten seit der Gründung des BFF vor 40 Jahren und ist ein hochinteressantes Dokument zum Studium der professionellen Fotografie in Deutschland.

Nov
05
2008

Neuer Stadtführer Bielefeld im Handel

Den erfolgreichen »Stadtführer Bielefeld« von Roland Siekman kann man jetzt in der neuen Auflage im Handel erwerben. Gestern habe ich die ersten Exemplare in einer großen Buchandlung in Bielefelds Stadtmitte entdeckt. Die Auflage ist überarbeitet und schmückt sich jetzt mit einem neuen Coverfoto aus dem Projekt »Über Bielefeld«. Darüber wurde vor einer Weile schon berichtet. Die Fotografien im Innenteil sind bisher aber exklusiv im Stadtführer und bis auf das Sparrenburgfest so noch nie veröffentlicht worden. Ein kleiner Vorgeschmack auf den Luftbildband »Über Bielefeld«, der 2009 erscheint…

Stadtführer Bielefeld
Ein Wegweiser zu Plätzen und Parks, durch Geschichte, Kultur und Landschaft
Verlag : Regionalverlag Thomas P. Kiper
ISBN : 978-3-936359-09-1

Okt
10
2008

Geniale in Bielefeld

Bielefeld gibt sich genial. In der Stadt kocht die Mensa für Ottonormalbürger während die Universität für den wissenschaftlichen Nachwuchs unter zehn die Hallen mit Physik, Robotern und dem CERN bestückt. Naja, einer kleinen Ausstellung dazu, inklusive Querschnitt eines – ähm – LHC Dipolmagneten. Ob der für die schwarzen Löcher verantwortlich ist welche die Erde verschlingen?

© 1999-2008